CR vom 03.02.2012, Heft 02 , Seite 3

Energieeffizienz aus der Steckdose

Schenk, Ingo

Streng war dieser Winter nun wirklich nicht - und doch war er kalt genug, um unsere Energieversorgung, die diese Saison erstmals ohne die abgeschalteten Atomkraftwerke auskommen muss, ins Wanken zu bringen. Und während Deutschland Strom etwa von österreichischen Ölkraftwerken importiert, verlagert jeder fünfte Industriebetrieb bereits Aktivitäten ins Ausland oder erwägt einen solchen Schritt zumindest - aus Furcht vor Versorgungsengpässen, wie DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann berichtet. Von den mehr als 1.500 Unternehmern, die sich an einer Umfrage seines Deutschen Industrie- und Handelskammertags beteiligt haben, betrachten alarmierende 86 Prozent die steigenden Energiepreise als Top-Risiko für unseren Wirtschaftsstandort (mehr auf Seite 6). Kein Wunder, dass der Mittelstand gewillt ist, Strom zu sparen, wo es nur geht - selbst wenn das höhere Anfangsinvestitionen erfordert. Zum Glück ist Green IT ein Segment, in dem sich Energieeffizienz besonders schnell bezahlt macht. Einsparungen von bis zu 75 Prozent sind unseren Recherchen zufolge möglich (Seite 14). Und so gaben schon vor einem Jahr 80 Prozent der befragten Unternehmer bei einer Umfrage durch das Deutschen Forum für Hochverfügbarkeit zu Protokoll, dass sie Preisaufschläge von bis zu 40 Prozent für grüne Lösungen akzeptieren würden, um fortan dann Strom zu sparen. 53 Prozent wollten sogar das Anderthalbfache im Vergleich zu herkömmlichen IT-Lösungen bezahlen. Und das war noch vor der Energiewende, wohlgemerkt.
Ideen für sparsame Technologie finden Sie auch in diesem Jahr wieder reichlich in Hannover. Unser Special ab Seite 10 gibt einen Vorgeschmack auf die Effizienz-Highlights der CeBIT 2012. Ein Besuch lohnt sich meiner Meinung nach jedes Jahr wieder - denn kaum ein Markt ist so innovativ und dynamisch wie die Green IT. "Allein im Server-Bereich haben wir in den vergangenen drei Jahren eine Steigerung der Energieeffizienz um den Faktor drei erlebt", schwärmt Dr. Bernd Kosch, der als "Head of Environmental Technology" bei Fujitsu schon so manchem Firmenkunden geholfen hat, einen grünen Daumen für seine IT-Umgebung zu entwickeln. "Schon bei kleinen Anlagen lohnt sich ein genauer Blick", macht Christian Bauerschmidt vom TÜV SÜD im Interview auch kleineren Betrieben Mut (Seite 18). Und weil kaum ein Mittelständler über die Zeit oder die Ressourcen verfügt, mit einer solch rasanten Entwicklung Schritt zu halten, beziehen immer mehr Firmen ihre Rechenleistung statt aus dem eigenen Server-Raum lieber aus der Wolke. Sie profitieren so von Effizienzfortschritten, die sie ohne eigenes Dazutun einfach zusammen mit den gebuchten Anwendungen aus der Steckdose beziehen. Ihre eigene Hardware kann dann ruhig kleiner ausfallen, wie unsere Thin-Client-Geschichte ab Seite 12 beweist. Das spart Wartungs- und Administrationsaufwand und natürlich zusätzlichen Strom. Wir sehen uns in Hannover!
Ingo Schenk
Chefredakteur

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