CR vom 02.03.2012, Heft 03 , Seite 3

Zeit umzudenken

Schenk, Ingo

Wer sich in diesen Tagen mit dem Auto aufmacht in Richtung Genf, kann die sprichwörtliche Lücke, die beim Thema "nachhaltige Mobilität" zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft, hautnah erleben: Auf dem 82. Genfer Autosalon wird die Automobilbranche wieder pavillonweise ihre Zukunftsideen präsentieren - mit neuesten Technologien und vermeintlich alltagstauglichen Alternativantrieben und Mobilitätskonzepten. Doch die Anreise nach Genf wird weiterhin geprägt sein von zähfließendem Verkehr inmitten zu vieler konventioneller Autos mit all ihren Abgasen, vorbei an Zapfsäulen mit Rekordpreisen und ohne Aussicht auf schnellen Wandel. Und während die Industrie in diesem Jahr ein Elektromodell nach dem anderen auf den Markt bringt (wir berichteten in "Creditreform" 12/2011), ging die Lust der Deutschen am alternativen Antrieb zuletzt sogar zurück: Von den 3,17 Millionen Pkw, die 2011 in der Bundesrepublik zugelassen wurden, fahren einer Studie der Wirtschafts-FH Bergisch Gladbach zufolge gerade einmal 26.000 mit Elektro-, Hybrid- oder Gasantrieb. Prozentual sind das sogar noch weniger als im Jahr zuvor. Kein Wunder, dass auch viele unserer Leser die Debatte um alltagstaugliche Reichweiten, Ladezeiten, vermeintlich günstige CO[2]-Bilanzen und Marketing-Effekte lieber von der Seitenlinie aus verfolgen und in Ruhe durchrechnen, in welchen Einsatzszenarien sich die höheren Einstandspreise durch niedrigere Betriebskosten wieder auszahlen würden.
Schon in den nächsten drei Jahren, so hofft der Leasinggeber Arval, könnten Elektrofahrzeuge immerhin sechs Prozent großer Firmenfuhrparks ausmachen. Vor allem aber Hybrid-Modelle sollen den Anteil alternativer Antriebe bei großen Unternehmen auf 20 Prozent hieven.
Auch bei Privatzulassungen haben Hybridantriebe der Studie aus Bergisch Gladbach zufolge die Stoßstange vorn. "Für uns als Leasinggeber ein Trend, der zum Umdenken animiert", verbreitet Arval-Deutschlandchef Ralf Woik auf Seite 6 Aufbruchsstimmung.
Wem das alles noch zu früh ist, dem seien stattdessen die handfesten Fuhrpark-Trends ans Herz gelegt, die unser Special-Autor Gerd Zimmermann ab Seite 8 für Sie zusammengetragen hat. Die nämlich nützen Ihnen schon heute. Spar-Angebote der Autobanken etwa, speziell zugeschnitten auf KMU. Oder Mobilitätskonzepte wie Firmen-Carsharing, mit denen auch kleine Betriebe nicht nur Fixkosten und Verwaltungsaufwand senken, sondern auch ihre Mitarbeiter verwöhnen (mehr ab Seite 10). Ähnliches hatten auch die Anbieter von Tankkarten im Sinn, die den Belegschaften ihrer Firmenkunden privates Shoppen mit beruflich gesammelten Bonuspunkten erleichtern - in Zeiten des Fachkräftemangels sicherlich nicht unattraktiv zur Mitarbeiterbindung (Seite 18). Auch abseits des eigentlichen Fuhrparks gibt es also so manches Instrument, mit dem sich Ihr Unternehmen nachhaltig stärken lässt. Und das schon heute.
Ingo Schenk
Chefredakteur

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