CR vom 05.04.2012, Heft 04 , Seite 10

Das Büro ist überall

Schlösser, Michael

Der Versicherungsschaden am Auto lässt sich schon vor Ort mit dem Tablet regeln. Im elektronischen Formular werden die Daten erfasst, der Schaden kann mit der Kamera dokumentiert werden, und über den GPS-Sensor bestimmt der Vertreter die genaue Position. Via E-Mail wandern die Daten dann zum Innendienst. Die IT-Unternehmensberatung viadee aus Münster hat für solche und ähnliche Anwendungsfälle eine generische Lösung entwickelt. Denn Formulare finden sich in jedem Unternehmen - und Smartphones und Tablet-PCs bieten die Möglichkeit, die Informationen an beliebigen Orten abzufragen und zu erfassen. "Mobiles Arbeiten an sich ist ja kein neues Thema", sagt Marketing-Leiter Christian Schulze Dieckhoff. "Es wird dort praktiziert, wo es die Prozesse verbessert. Die Weiterentwicklung mobiler Arbeitsgeräte leistet einen Beitrag dazu."
Erwartungen genau formulieren
Die Geräte vereinen mittlerweile viele Technologien miteinander, was Medienbrüche in Prozessen verhindert. "Ein Unternehmen sollte sich immer fragen: Wo kann ein Gerät mit den vielfältigen Eigenschaften meine Prozesse unterstützen?", rät Schulze Dieckhoff.
Die Computerhersteller nehmen die zunehmende Nachfrage nach mobilen Geräten wahr und überbieten sich geradezu mit neuen Modellen. Vor allem Tablet-PCs schaffen offenbar einen ganz neuen Markt. "Wir sehen Tablets in der Regel als ultramobile Zusatzgeräte, die ganz spezielle Anforderungen erfüllen", sagt Frank Dostal, Field Product Manager Clients bei Dell. "Die Einsatzszenarien dieser multifunktionalen Werkzeuge sind grenzenlos." Und ihre Bedeutung im Business-Bereich wächst: "Unsere Kunden verlangen nach einem Tablet-PC mit Windows 7, der genau ihren Bedürfnissen entspricht, den sie einfach und sicher in ihre existierende IT-Umgebung integrieren und mit allen gängigen Applikationen nutzen können", so Dostal.
Dell hat darauf mit dem Latitude ST reagiert, einem Zehn-Zoll-Tablet für die professionelle Anwendung, der sich insbesondere für den Healthcare- und Bildungsbereich eignet. Nachgefragt wird zudem Zubehör, um auch unterwegs komfortabel zu arbeiten. "Dazu eignen sich Taschenlösungen mit integrierter Drahtlostastatur", erklärt Dostal. "Am Arbeitsplatz kommt eine Docking Station zum Einsatz, die den Tablet in einen vollwertigen ergonomischen Arbeitsplatz verwandelt und sogar einen zweiten Monitor zulässt."
An einem wenige Zoll kleinen Display wird man zwar niemals so komfortabel arbeiten können wie am klassischen Desktop-PC. Doch die Software-Anbieter haben ihre Werkzeuge für die mobilen Geräte schlank programmiert. Und sie sind preiswert: Ob Datenaustausch, Office-Programme oder Bearbeitung von Multimedia-Dateien - die Kosten für die Apps sind minimal, viele Mini-Programme sind sogar kostenlos. Dropbox ist beispielsweise eine praktische, kostenfreie Cloud-Anwendung, die Dateiordner zwischen mehreren Computern - egal ob Windows oder Mac - synchronisiert. Im Bereich Office-Programme haben Anwender eine große Auswahl zwischen preiswerten Apps. Für das Betriebssystem Windows Mobile gibt es sogar eine Microsoft Office-Version. Selbst das mächtige Grafik-Werkzeug Adobe Photoshop steht mit der Version Photoshop Express im App-Store zum Download bereit. Und in Bereich Kommunikation gibt es ein geradezu gigantisches Angebot an kostenlosen Messenger-, Social Media-, Video-Konferenz- und Community-Tools - vorneweg das Multitalent "WhatsApp".
Die Möglichkeiten dieser Werkzeuge sind natürlich auf Basis-Funktionen begrenzt. Wer mobil mit dem Gesamtpaket arbeiten will, sollte weiterhin auf ein Notebook setzen. "So eignen sich die Tablets vorwiegend für die Betrachtung von Inhalten und stoßen bei der Kreation von Inhalten schnell an ihre Grenzen", sagt Dirk Thomaere von Toshiba. Den Einsatz eines Business-Notebooks können sie nicht ersetzen. Folgende Kriterien sollten bei der Anschaffung beachtet werden: Zuverlässigkeit, Datensicherheit, Akkulaufzeit und matte Displays. Nachgefragt werden zudem schmale und leiche Geräte. Toshiba hat mit der Portégé-Z830-Reihe sein erstes Ultrabook für professionelle Anwender auf den Markt gebracht. Das Notebook wiegt kaum mehr als ein Kilogramm und hat eine Bauhöhe von knapp 16 Millimetern. Auf die Leistungsstärke hat diese kompakte Bauweise - wie auch bei anderen Anbietern von Ultra Thin Notebooks - keinen negativen Einfluss. "Derzeit ist das Notebook mit einer vollwertigen Tastatur und einem verstellbaren beziehungsweise neigbarem Display die ergonomischste Art, produktiv mobil zu arbeiten", versichert Thomaere.
Michael Schlösser

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