06.03.2012

Personal

Fachkräfte aus Spanien rekrutieren

Während die deutsche Wirtschaft brummt und die Auftragsbücher landauf, landab voll sind, gibt es einen Aspekt, der beständig Sand ins Getriebe streut: der Fachkräftemangel. Doch um neue Mitarbeiter zu gewinnen, muss man aber nicht nach Asien schielen oder auf eine weitere Welle von Green-Card-Experten warten, wie unser Fallbeispiel zeigt.

Die cortility gmbh aus Ettlingen ist ein IT-Beratungshaus mit Kernkompetenzen in den Bereichen SAP für die Versorgungswirtschaft sowie für SAP Kundenbeziehungsmanagement. Für den Umgang mit dem Fachkräftemangel haben sich die SAP-Spezialisten nun ganz neue Wege ausgesucht, wie Klaus Nitschke, Prokurist des Unternehmens erklärt: „Wir können mit unserem bisherigen Vorgehen bei der Rekrutierung geeigneten Nachwuchses nicht mehr unseren Bedarf decken. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, in Spanien aktiv auf dem Arbeitsmarkt aufzutreten.“

Der in der Branche gut eingeführte Name cormeta, die Erfolge als SAP-Channel Partner sowie die arbeitnehmerfreundlichen Rahmenbedingungen haben bislang dazu geführt, dass sich Hochschulabsolventen, Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg sowie gestandene Entwickler und Berater für das Unternehmen entschieden haben. Doch seit der „War for Talents“ tobt, wird es zunehmend schwierig für kleinere IT-Häuser. „Flexibilität und Innovationsfreude haben uns von jeher ausgezeichnet, das zeigt sich nun auch in unserer Personalwirtschaft“, gibt sich Nitschke kämpferisch.

Während in Deutschland mittlerweile talentierte Ingenieure oder Naturwissenschaftler nach dem Hochschulabschluss fast schon die freie Arbeitsplatzwahl haben, stehen allzu viele ihrer Kommilitonen in Spanien einem kollabierten Arbeitsmarkt gegenüber. Sensibilisiert durch den akuten Bedarf und mit Hilfe einer spanischen Marketing-Fachkraft im Haus, kamen die spanischen Absolventen ins Augenmerk der cortility. Denn Vieles spricht für sie: hohe Ausbildungsstandards, keine arbeitsrechtlichen Beschränkungen, hohe Flexibilität. Als Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung nennt das Unternehmen neben dem Abschluss in vorzugsweise naturwissenschaftlichen Fächern oder Mathematik sehr gute Sprachkenntnisse in Englisch für Entwickler sowie zumindest ausbaufähige Grundkenntnisse in Deutsch.

Unterstützung von Universitäten in Madrid

Der erste Versuch blieb jedoch erfolglos. „Wir haben den Fehler begangen, unsere für den deutschen Arbeitsmarkt entworfenen Stellenausschreibungen eins-zu-eins ins Spanische zu übertragen. Erst mit Hilfe des Leiters einer spanischen Beratungsstelle für Absolventen haben wir gelernt, wie dort eine Anzeige Erfolg hat. So sollte man beispielsweise zwingend einen konkreten Gehaltsrahmen nennen“, rät Nitschke.

Außerdem war es eine gute Idee, Universitäten und Technische Hochschulen in Madrid direkt zu kontaktieren und das Vorhaben zu besprechen. Seitens der Hochschule erhielten die cortility-Verantwortlichen sofort Unterstützung. Die Ausschreibungen wurden am Schwarzen Brett ausgehängt und in der Online-Jobbörse der Unis veröffentlicht. „Und schließlich stellt uns eine Hochschule auch Räume zur Verfügung, wo wir unsere Vorstellungsgespräche abhalten können.“

Inzwischen ist der erste neue Mitarbeiter aus Spanien eingestellt. Und generall war die Resonanz auf die angepassten Stellenangebote so gut, dass cortility diesen Weg sicher auch weiter beschreiten werde, wenn es notwendig sein sollte, sagt Nitschke.

www.cortility.de

Mehr zum Thema "Strategien gegen den Fachkräftemangel".



SERVICES + BLOGS + SHOP

Umfrage

Creditreform - Leserumfrage

Partner

Aktuelles

Geschäftsführer-Vergütung 2014: Fragebogen ausfüllen und wertvolle Argumente gegenüber dem Finanzamt gewinnen! Mehr ...

Newsletter

Steuerrechner

Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Arbeitnehmer-Rabatte? Testen Sie unsere praktischen Steuerrechner für Unternehmer und Mitarbeiter. Mehr...

Creditreform-Archiv

Alle Print-Artikel der Creditreform

Solution Forum