CR vom 02.11.2012, Heft 11 , Seite 24

Auf zu neuen Märkten - mit Absicherung

Laber, Bernd

Ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 7,5 Prozent würde in westlichen Volkswirtschaften Jubel hervorrufen - im Falle Chinas dagegen wird diese Zahl vielfach skeptisch gesehen. Gibt es vielleicht sogar ein "hard landing" im Reich der Mitte? Nein, denn bei längerfristiger Betrachtung gibt es gute Gründe für die Einschätzung, dass der chinesische Markt in den nächsten Jahren für den deutschen Mittelstand weiterhin interessant bleibt - vielleicht sogar noch mehr an Attraktivität gewinnen wird.
Da der chinesische Markt riesig ist und noch großes Potenzial bietet, sind viele deutsche Unternehmen dort verstärkter denn je aktiv. Dies lässt sich etwa an der steigenden Zahl der bei Banken in Deutschland, aber auch an deren Filialen in China eröffneten Renminbi-Konten ablesen. Denn chinesische Unternehmen zeigen ein zunehmendes Interesse, ihre Handelsgeschäfte in der chinesischen Währung abzuschließen, um so Geschäfte zu ermöglichen und Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Doch es lassen sich durchaus leichte Verschiebungen bei der Auslandsorientierung des deutschen Mittelstands beobachten - denn auch andere asiatische Länder wie etwa Japan sind für deutsche Exporteure gegenwärtig sehr interessant.
Exportorientierte Unternehmen sehen sich bei Auslandsaktivitäten außerhalb des Euro-Raums mit einem Währungsrisiko konfrontiert, denn jede Kalkulation von Auslandsgeschäften, die nicht auf Euro basieren, birgt diesen Unsicherheitsfaktor. Bereits innerhalb weniger Monate können Wechselkurse um mehr als 20 Prozent schwanken. Dann rechnet sich das ursprünglich attraktive Exportgeschäft plötzlich nicht mehr und endet schlimmstenfalls mit Verlust. Deshalb ist eine Absicherung hier unverzichtbar. Eine gute Bank bietet ihren Kunden die Möglichkeit, für eine Vielfalt von Währungspaaren Absicherungsgeschäfte zu tätigen - im günstigsten Fall können auch nicht frei konvertierbare Währungen mit professionellen Instrumenten abgesichert werden.
Absicherung ist aber im Auslandsgeschäft nicht nur mit Blick auf Währungen ein Thema, sondern auch mit Blick auf das involvierte Länderrisiko, das politische Risiko und natürlich das häufig nur schwer einzuschätzende Bonitätsrisiko des ausländischen Handelspartners. Hier spielt der Einsatz von Akkreditiven eine besondere Rolle. In diesem Bereich nimmt die Commerzbank eine führende Position ein - im vergangenen Jahr hat sie die meisten der im Ausland zugunsten deutscher Exporteure eröffneten Akkreditive abgewickelt. Gerade im grenzüberschreitenden Handel kommt ein weiterer Punkt hinzu: Die ausländischen Geschäftspartner der deutschen Exporteure nutzen als Hausbank in der Regel heimische Institute vor Ort. Dort haben sie ihre Kreditlinien, dort eröffnen sie auch Akkreditive. Eine gute und international aufgestellte Hausbank sollte daher nicht nur über ein dichtes Netz von Korrespondenzbanken verfügen, sondern darüber hinaus mit strukturierten Exportund Handelsfinanzierungen eine Vielzahl von individuellen Lösungen bieten, die sich eng an den Anforderungen ihrer Kunden orientiert. Mit der Einbindung von Exportkreditversicherern sind eine Risikoabsicherung und Finanzierung der Exportforderungen längst üblich. Aber auch Auslandsavale sind in diesem Zusammenhang ein wichtiges Instrument. Durch die Erstellung von Bankgarantien, mit denen der Export begleitet wird, wird die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen durch Bietungs-, Anzahlungs- und Gewährleistungsavale gesichert.
Dr. Bernd Laber, Commerzbank

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