CR vom 03.12.2012, Heft 12 , Seite 58

Pack den Tiger in den Tank!

Spitzbart, Michael

Etwas mehr Lebensenergie, Dynamik und Kraft gefällig? Dann sollten Sie sich um Ihre Mitochondrien kümmern. Das sind die kleinen Kraftwerke in unseren Körperzellen. Dort und nur dort wird unsere Lebensenergie erzeugt. Damit die Mitochondrien auch richtig arbeiten können, brauchen sie das richtige Kraftfutter. Wissenschaftlich ausgedrückt wären das die wertvollen Omega-3 Fettsäuren, die Alpha-Liponsäure, Coenzym Q 10, L-Carnitin, die Vitamine B1, B2, Niacin, Panthothensäure, Magnesium, Kupfer, Mangan und Selen. Das sind die natürlichen Substanzen, ohne die eine volle Energie- und Kraftentfaltung im täglichen Leben unmöglich wird. Praktisch bedeutet das: Essen Sie viel Fisch, Geflügel, Fleisch, Salat, hochwertige pflanzliche Öle und mehr Gemüse als Obst. Punkt. Also explizit keine Pizza, Pasta, Brot, Kartoffeln, Reis und trinken Sie kein Bier am Abend. Wenn Sie das beherzigen, sind Sie an die Kraftquelle angeschlossen.
Von genau diesen oben genannten natürlichen Kraftspendern haben wir alle genug - wenn man der deutschen Medizin und Ernährungslehre glauben schenken darf. Dummerweise messe ich diese Substanzen im Blut meiner Patienten nach - und werde ständig eines besseren belehrt. Mangelzustände bei der einen oder anderen Substanz sind eher die Regel als die Ausnahme. Dementsprechend müde, schlapp und energielos fühlen sich viele Menschen. Bei den normalen Blutuntersuchungen fällt so etwas nie auf, da diese Stoffe ja nicht gemessen werden. Die sind ja per Definition alle ausreichend vorhanden.
Vielleicht kennen Sie ja noch aus dem Biologieunterricht die Mitochondrien und den Citratzyklus? Wenn hier alles optimal läuft, strotzen Sie vor Energie. Unterversorgte und zu wenige Mitochondrien bedeuten Müdigkeit, Schlappheit, Trägheit und Antriebsarmut. Der Königsweg wäre also, im Blut nachzumessen, ob wir wirklich ausreichend mit diesen Stoffen versorgt sind. Hier kann man aber auch ganz gut von seinem subjektiven Gefühl ausgehen und intuitiv beurteilen, ob man sich eher gut oder schlecht versorgt fühlt mit diesen natürlichen Energiespendern. Machen Sie doch einfach einmal für 14 Tage einen Selbsttest und verzichten Sie auf die sogenannten Sättigungsbeilagen. Das ist gar nicht so schwer, denn wenn man genügend von den hochwertigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren oder Ölen zu sich nimmt, tritt ein angenehmes, lang anhaltendes Sättigungsgefühl ein. Und der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. Energetisch schlecht versorgte Zellen produzieren nämlich immer weniger Energie aus den Mitochondrien, sondern holen sich ihre Kraft aus der Zellsuppe. Das ist aber bereits ein Leben "auf Reserve". Dann klagen meine Patienten - selbstverständlich ohne Kenntnis der Atmungskette und des Zitratzyklus - über unerklärliche Antriebsarmut, Schlappheit und Müdigkeit. Das richtige Futter stellt die richtige Energiegrundlage wieder her.
Praktischer Tipp: Vielleicht steht bei Ihnen noch ein Entsafter im Kellerregal. Wenn Sie hier viel Gemüse wie Möhren, Kohlrabi, rote Beete mit ein paar Äpfeln oder anderem Obst mischen und ein- bis zwei Esslöffel Leinöl, Kern- oder Distelöl zufügen, ergibt das ein volle, sättigende Mahlzeit. Dadurch bekommen nicht nur die Mitochondrien neue Energie. Der ganze Körper entsäuert. Mögliche Entzündungen, Gelenkoder Muskelschmerzen verschwinden wie von Geisterhand. Damit die wichtigen Proteine nicht zu kurz kommen, sollte dann als nächste Mahlzeit ein schönes Stück Fisch, mageres Fleisch oder Geflügel mit viel Gemüse verputzt werden. Wenn es den Patienten schon länger schlecht geht beziehungsweise wer auf ganz schnelle Besserung hofft, der kann, wie ich es bei meinen Patienten mache, diese einzelnen Substanzen im Blut messen lassen und gegebenenfalls als Nahrungsergänzung auffüllen. Mittelfristig sollte natürlich die richtige Nahrung diese "Medizin" liefern.
Einen ganz besonderen Trick gibt es noch, um die Energieproduktion in den Mitochondrien zusätzlich anzukurbeln. Wenn man diese Kraftwerke mit mehr Sauerstoff versorgt, steigt sowohl die absolute Anzahl als auch die Energieproduktion pro Kraftwerk spürbar an. Übersetzt heißt das: Gönnen Sie sich ein regelmäßiges, langsames Ausdauertraining getreu dem Motto - langsam, dafür länger. Dabei werden die Zellen zehnmal mehr mit Sauerstoff durchflutet und dadurch zur vermehrten Energieproduktion angeregt. Angst vor Spaziergängen oder leichten Jogging-Läufen im Schmuddelwetter braucht man nicht zu haben. Denn wie der ganze Körper profitiert auch das Immunsystem von diesen stärkenden Maßnahmen.
Dr. Michael Spitzbart

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