Die 63. --
Internationale Automobil Ausstellung (IAA) findet vom 17. bis 27. --
September in Frankfurt statt. --
Die Highlights.
01.09.2009
Während der Wirtschaftskrise schaut die Welt mehr denn je nach Frankfurt", sagt
Matthias Wissman. Dabei ist für den Präsident des Verbands der
Automobilindustrie (VDA) nicht ausschlaggebend, dass die IAA 2009 um gut ein
Viertel kleiner ist als noch vor zwei Jahren - oder dass Aussteller wie Honda,
Mitsubishi, Daihatsu oder Continental diesmal fehlen. Was für den VDA zählt,
sind vielmehr die Weichenstellungen der Branche für die nächsten Jahre. Und vor
allem, wie diese bei den Messebesuchern ankommen. "Auf deren Reaktionen achten
wir besonders, schließlich lassen sich daraus künftige Marktentwicklungen
ableiten", hofft der VDA-Präsident. Um dies zu unterstützen, hat er sich für den
diesjährigen Veranstaltungsslogan "Erleben, was bewegt" stark gemacht, der
zugleich Programm ist. Die IAA-Besucher können etliche der Exponate nicht nur
sehen, bestaunen und in ihnen probesitzen, sondern auf abgesperrten Teststrecken
oder im realen Straßenverkehr rund um Frankfurt auch erfahren - ein Novum.
Generell haben Entwicklungen laut Wissmann vor allem dann Zukunft, wenn sie der
Verbrauchsoptimierung und der Umwelt dienen. In erster Linie seien Spartechniken
für Motoren mit Benzin oder Diesel gefragt, denn diese Kraftstoffe würden noch
mindestens bis 2025 dominieren. So sieht es auch Bernd Bohr, im Vorstand bei
Bosch für den Unternehmensbereich Kraftfahrzeugtechnik zuständig: Erst in den
Jahren danach würden Alternativkonzepte den Verbrennungsmotor nach und nach
ablösen können. Welche Alternativtechnik letztlich das Rennen mache, sei dabei
noch ungewiss. Wahrscheinlich sei, dass gleich mehrere, konkurrierende Systeme
zum Zug kämen. Diese Konkurrenzsituation sieht Keiji Sudo nicht unbedingt:
"Neue, umweltfreundliche Automobilkonzepte konkurrieren nicht, sie ergänzen
sich", beharrt der Geschäftsführer von Toyota Deutschland.
Als Beispiel nennt er die Hybridtechnik, zu der ein Elektromotor gehört, der zu
100 Prozent den Antrieb übernehmen kann. Rückgewonnene Bremsenergie und Strom
aus der Steckdose speisen die Batterie, die ersten Steckdosen- oder
Plug-in-Serienautos sollen 2010 auf den Markt kommen. Aus einem H-Auto mit
Benzin- und Elektrotriebwerk wird in Innenstädten und auf Kurzstrecken ein
reines E-Auto. Bei dem Elektro-Benziner, den Opel erstmals auf der diesjährigen
IAA vorstellt, reicht der Batteriebetrieb für einen Radius von 60 Kilometer. Ist
der Akku leer, wird er von einem eingebauten Verbrennungsmotor aufgeladen. Der
Verkauf soll in 2010 beginnen. Ein ähnliches Konzept zeigt Renault auf der Messe
mit einem Kangoo, Mercedes-Benz mit einer A-Klasse und Toyota mit einem iQ. Der
Start der Serienproduktion steht bei all diesen Modellen noch in den Sternen.
Audi präsentiert seinen Supersportler R8 und AMG seinen
Mercedes-SLS-Flügeltürer, jeweils mit reinem Elektroantrieb - allerdings bislang
lediglich als Studie. IAA-Neuheiten unter den Serien-Hybridfahrzeugen sind das
Mercedes S-Klasse Modell 400 Hybrid, der BMW 7er Hybrid, der Toyota Prius und
der Honda Insight. Als künftige Voll-Hybridler werden in Frankfurt angepriesen:
der Toyota Auris und der Honda CR-Z. Elektroautos hin, Hybrid-Fahrzeuge her -
"es gibt auch andere umweltfreundliche und energiesparende Konzepte, die auf der
IAA zu sehen sind", sagt Daimler-Chef Dieter Zetsche und verweist auf "Blue
Efficiency", sein Rundum-Sparprogramm für Dieselaggregate. Bestwerte bei
Verbrauch und Emission werden unter anderem mit modernster
Common-Rail-Direkteinspritzung erreicht.
Gerd Zimmermann