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Bei einer internationalen Umfrage zu Umweltmaßnahmen in Unternehmen unter 15.000 Beschäftigten in 75 Ländern schneidet Deutschland schlecht ab. So überwachen der Studie zufolge hierzulande gerade einmal 12 Prozent der Unternehmen ihre CO2-Bilanz, und 71 Prozent besitzen keinerlei Unternehmensrichtlinie, die das Investieren in energieeffiziente Anlagen vorschreibt. Im globalen Durchschnitt sieht das anders aus: Hier messen immerhin 30 Prozent ihre CO2-Bilanz - und 38 Prozent verfügen bereits über eine Richtlinie für „grüne“ Investitionen. Die Studie wurde von Regus, Anbieter von Arbeitsplatzlösungen, beim britischen Marktforschungsinstitut Marketing UK in Auftrag gegeben.
China und Indien bei der Emissionskontrolle vorn
Die Umfrage stellt Unternehmen weltweit ein schlechtes Zeugnis in Sachen Umweltschutz aus: Nur 37 Prozent der Firmen rund um den Globus messen ihre Emissionen. Zudem erklären 46 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass sie nur dann in klimaschonende Technik investieren werden, wenn die laufenden Kosten dafür entweder gleich oder geringer als die von herkömmlichen Anlagen sind. Lediglich enttäuschende 40 Prozent haben bereits in klimaschonende Techniken investiert, und nur 38 Prozent haben eine Unternehmensrichtlinie diesbezüglich eingerichtet. Überraschenderweise sind es laut der Studie Länder wie China und Indien, die – entgegen der weit verbreiteten Meinung im Westen – Klimaschutzmaßnahmen ernst nehmen: Chinesische (56 Prozent) und indische (51 Prozent) Firmen zählen zu denjenigen, die am meisten auf ihre Emissionen achten. Auch sind die Unternehmen laut Umfrage in China (25 Prozent) und Indien (21 Prozent) eher bereit als viele andere, ihre CO2-Bilanz zu kontrollieren.
Deutschland: Steuervergünstigungen als Anreiz
In Deutschland gaben fast die Hälfte (42 Prozent) der befragten Unternehmen an, dass sie nur dann in klimaschonende Technik investieren würden, wenn diese billiger oder zu den gleichen Kosten zu betreiben seien als
herkömmliche Anlagen. 66 Prozent der Teilnehmer erklärten, dass sie verstärkt auf Investitionen in energieeffiziente oder klimaschonende Anlagen Investitionen setzen würden, wenn die Regierung dazu Steuervergünstigungen gewährte. Doch selbst hier liegt Deutschland auf dem vorletzten Platz kurz vor den USA. In China bestätigten 88 Prozent der Befragten, dass steuerliche Erleichterungen sie zu grünen Investitionen animieren würden. Im weltweiten Durchschnitt waren es 75 Prozent.
KMU: Nachholbedarf bei grünen Investitionen
Kleinere Unternehmen liegen bezüglich ihrer bereits getätigten und geplanten grünen Investitionen unter dem Durchschnitt. In Deutschland überwachen nur 7 Prozent der kleinen Unternehmen (19 Prozent weltweit) ihre CO2-Bilanz, während dies bei 41 Prozent der großen Unternehmen der Fall ist. 61 Prozent der Großunternehmen haben bereits in klimaschonende Anlagen investiert, was nur bei einem Drittel (33 Prozent) der kleinen und mittelständischen Unternehmen der Fall ist. Trotz speziell eingerichteter Fonds zur Unterstützung von innovativen, klimaschonenden kleinen und mittelständischen Unternehmen (wie das ERP-Innovationsprogramm, einem staatlich und privat unterstützten Partnerprogramm mit einem Budget von bis zu 7,25 US$, dessen Risiko von der KfW und der Bundesregierung übernommen wird) zeigen sich kleine und mittelständische Unternehmen noch immer sehr zurückhaltend, wenn es um die Umrüstung auf klimaschonende Technik geht.
IKT-Branche: Nur 7 Prozent überwachen CO2-Bilanz
Bei der Umfrage wurden zudem branchenspezifische Unterschiede festgestellt: So überwachen beispielsweise im Bereich Medizin nur 10 Prozent und im Bereich IKT nur 7 Prozent der Unternehmen ihre CO2-Bilanz. 77 Prozent der Unternehmen des Fertigungssektors, der fast ein Drittel der Emissionen verursacht, kontrollieren ihre CO2-Bilanz nicht. Die Hälfte der Fertigungsunternehmen würde in grüne Technologien investieren, wenn die laufenden Kosten hierfür nicht teurer wären als für herkömmliche Anlagen. Nur 10 Prozent der in der Medizinbranche tätigen Unternehmen haben eine Richtlinie eingerichtet, die das Investieren in klimaschonende Anlagen vorsieht.
Michael Barth, Deutschland-Geschäftsführer von Regus, kommentiert: „Die Zahl der Unternehmen, die auf umweltfreundliche Technik umrüsten und Emissionskontrollen einführen, ist noch immer enttäuschend gering, vor allem bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen. Wenn die Regierung ihre ambitiösen Pläne zur Reduzierung der Kohlenstoffemissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts ernst meint, dann muss sie Anreize für den Wandel schaffen. Steuervergünstigungen sind unserer Umfrage zufolge sehr nützlich. Diese Anreize sollten aber nicht nur auf Technologien beschränkt sein, sondern müssen auf alle wirksamen und messbaren Umweltinitiativen anwendbar sein, etwa auf die Reduzierung von unbesetzten Arbeitsplätzen. Vorsichtigen Schätzungen zufolge sind 38 Prozent der Büroräume unbesetzt, und doch wird dieser Platz geheizt, klimatisiert und beleuchtet, wodurch jährlich Tonnen von unnötigen Kohlendioxidemissionen erzeugt werden. Die Reduzierung von unterbesetzten Büros sollte daher in gleichem Maße von Steuererleichterungen profitieren als energiesparende Anlagen.“
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