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Startseite Channels Management & Unternehmensführung 2010 6 Mut zur Einfachheit: Glück und Effizienz im Job

Mut zur Einfachheit: Glück und Effizienz im Job



Die Anforderungen, die heute die Arbeitswelt an Beschäftigte stellt, sind hoch: Sie sollen viele Dinge gleichzeitig erledigen und dabei immer auf dem neusten Stand der Technik agieren. Doch kein Trend ohne Gegentrend. Werner Tiki Küstenmacher, bekannt durch den Weltbestseller „Simplify your life“, erklärt wie sich das Arbeitsleben vereinfachen lässt.

Leben oder leben lassen – das ist die Ausgangsfrage seiner Philosophie. Der gelernte evangelische Pfarrer, Journalist und Illustrator empfiehlt den Beschäftigten, den Takt ihrer Arbeit selbst zu bestimmen und sich anstehende Aufgaben zu erleichtern. „Der entscheidende Kniff ist, dass im Leben alles miteinander zusammenhängt“, so Küstenmacher. „Deswegen sollten sie dort anfangen, wo Dinge am meisten nerven.“

Das könne etwa ein privates Problem wie ein ständig überzogenes Konto sein, beginne aber bei vielen Arbeitnehmern ganz konkret mit dem überfüllten Schreibtisch. Aufräumen laute dann das Motto. Das schaffe nicht nur Platz, sondern verändere auch etwas im Inneren der Menschen – „wenn sie merken, dass sie den eigenen Arbeitsbereich selbst in der Hand haben und verändern können“.

Ein Knackpunkt sei außerdem die Tendenz zum Multitasking. „Viele Menschen denken, sie wären besonders effizient, wenn sie mehrere Dinge parallel tun“, hat Küstenmacher beobachtet. Aber das Gegenteil sei der Fall. Sein Tipp: „Schluss mit dem Multitasking!“ Beschäftigte sollten sich auf eine Arbeit konzentrieren, Störungen ausschalten und notfalls den Ort wechseln, damit sie ungestört sind. Eine einzige, aber wirklich wichtige Aufgabe pro Tag richtig zu erledigen, bringe Arbeitnehmer oft weiter als zig Jobs halb anzufangen.

Harmoniebedürfnis zurückstellen

Wie sieht es jedoch im Team aus, wenn Beschäftigte das gemeinsame und nicht nur das persönliche Ziel im Blick haben sollten? „Meine Erfahrung ist, dass viele Arbeitnehmer zu harmoniebedürftig sind“, sagt der Vereinfachungsexperte Küstenmacher. Wer es nur seinem Chef oder seinen Kollegen recht machen wolle, komme nicht weit. „Am glücklichsten und effektivsten sind Menschen, die sich für ihre Arbeit und die Kundschaft begeistern.“ Wenn dies gelinge, dann passe es auch mit den Mitarbeitern im Team.

Dabei seien auch die Führungskräfte gefragt: „Angestellte brauchen viel mehr Selbstverantwortung“, glaubt Küstenmacher. „Weniger Kontrolle, weniger Meetings, weniger Papierkram“ lautet seine Forderung. Vorgesetzte sollten Menschen nicht strukturieren, sondern das Feuer in ihnen entzünden. „Dazu muss die Führungskraft natürlich selber brennen vor Elan – für das Unternehmen und für die Kunden.“



 
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