Je nachhaltiger ein Unternehmen wirtschaftet und je solider es sich finanziell aufstellt, desto attraktiver ist es derzeit für Nachwuchs-Führungskräfte. Auch haben familienfreundliche Arbeitsbedingungen eine steigende Bedeutung. Auf der anderen Seite legen die Führungskräfte von morgen wenig Wert auf einen partizipativen Führungsstil und erst recht auf Privilegien wie Dienstwagen - sogar die Höhe des Einstiegsgehalts spielt eine immer geringere Rolle. "Heute sind viele Nachwuchskräfte eher bereit, einen autoritären Führungsstil zu akzeptieren, weil er in Krisenzeiten als zielführender beurteilt wird", erklärt Herbert Reiß, Partner und Leiter Mittelstand bei Deloitte. Ebenso gewinnt die "Solidität der Unternehmensfinanzen an Bedeutung", so das Ergebnis des jüngsten "Absolventenbarometers", erhoben vom Deloitte Mittelstandsinstitut an der Uni Bamberg. Für ihre Karriere wünschten sich die meisten Absolventen die Betonung strategischer Aufgaben und Projekte - im Vorjahr waren noch vor allem schnelle Aufstiegsmöglichkeiten ausschlaggebend. Beim Thema Geld löste 2009 die positive finanzielle Gesamtsituation des Unternehmens als Top-Kriterium die faire Vergütung ab. Dienstwagen, hohes Einstiegsgehalt und Erfolgsbeteiligung spielen dagegen durchgängig eine vergleichsweise geringe Rolle.